Führerschein in Gefahr bei Diabetes ?

Diverse Medien haben in den letzten Wochen über neue Regelungen hinsichtlich der Kraftfahreignung von Menschen mit Diabetes berichtet. Insbesondere wird dort behauptet, daß aufgrund einer EU-Richtlinie nun ab 2013 erhebliche Verschlechterungen für Diabetiker drohten.

Tatsächlich gibt es jedoch keinerlei Anlaß für derartige Befürchtungen und es ist bedauerlich, daß solche „Enten“ einfach kritiklos weiterverbreitet werden.

Bereits schon seit 2010 soll nämlich verbindlich davon ausgegangen werden, daß ein Patient mit Diabetes dann nicht (mehr) zur Führung eines Kraftfahrzeuges geeignet ist, wenn es innerhalb von zwölf Monaten wiederholt zu einer schweren Unterzuckerung mit Fremdhilfe gekommen ist. Hierunter wird eine schwere Stoffwechselentgleisung verstanden, welche der Betroffene nicht mehr aus eigener Kraft beheben beziehungsweise behandeln kann.

Im Klartext: wer also innerhalb eines Jahres mindestens zwei Mal aufgrund einer Unterzuckerung fremdhilfebedürftig war, gilt (bis auf Weiteres) als nicht mehr fahrtauglich. Das war grundsätzlich aber auch schon vor 2010 so und ist meines Erachtens auch nichts, worüber man sich vernünftigerweise aufregen müsste. Sobald die Fahrtauglichkeit wieder sichergestellt ist, darf man Fahrzeuge aber wieder führen.

Die Fahreignung von Menschen mit Diabetes steht also weder generell in Frage noch hat sich die rechtliche Situation für kraftfahrende Diabetiker nachteilig verändert.

Der Ausschuss Soziales der Deutschen Diabetes-Gesellschaft hat hierzu übrigens bereits vor einiger Zeit eine aktuelle Stellungnahme publiziert; auch in der Ärztezeitung war hierzu ein klarstellender Beitrag zu lesen.

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