Seit 01.05.2014: neue Richtlinien zum Führerschein bei Diabetes

Zum 01.05.2014 hat die Bundesanstalt für Straßenwesen („BASt“)  eine neue Fassung der „Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung“ veröffentlicht. In diesen Leitlinien findet sich eine Zusammenstellung von körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen, welche die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen beeinträchtigen können. Für zahlreiche Krankheiten werden dort Vorgaben und Voraussetzungen definiert, die ärztliche Gutachter bei der Bewertung der  Fahreignung berücksichtigen müssen. Auch die Begutachtungskriterien bei Diabetes wurden komplett neu geregelt.

„Alles Schöne  bringt der Mai“ – zumindest in punkto Führerschein und Diabetes dürfte dies wohl zutreffen. Denn die neuen Begutachtungsleitlinien des BASt stellen nun unmissverständlich klar, dass die Teilnahme am Straßenverkehr mit – und trotz – Diabetes möglich ist. Auch stellt die Diabetes-Krankheit nun kein grundsätzliches Hindernis mehr für das Führen von LKW über 3,5t und die Personenbeförderung dar. In der neuen Begutachtungsleitlinie ist jetzt ausdrücklich festgeschrieben, daß „gut eingestellte und geschulte Menschen mit Diabetes“ sowohl PKW als auch LKW  „sicher führen“  können – dies gilt auch für die Personenbeförderung (Taxis, Omnibus).

Die bislang geltende Regelung war noch deutlich restriktiver, dort hiess es nämlich: „Wer als Diabetiker mit Insulin behandelt wird, ist in der Regel nicht in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen der Gruppe 2 gerecht zu werden. Ausnahmen setzen außergewöhnliche Umstände voraus, die in einem ausführlichen Gutachten im Einzelnen zu beschreiben sind. […]

Voraussetzung ist aber natürlich nach wie vor, dass Unterzuckerungen („Hypoglykämien“) rechtzeitig wahrgenommen werden. Dies wird von der Leitlinie auch konkretisiert: wer innerhalb von zwölf Monaten wiederholt eine so schwere Unterzuckerung hat, daß er fremde Hilfe benötigt, darf in der Regel zunächst nicht mehr fahren. Den Führerschein bekommt man aber dann wieder, sobald nachgewiesen werden kann, daß „wieder eine hinreichende Stabilität der Stoffwechsellage sowie eine zuverlässige Wahrnehmung von Hypoglykämien sichergestellt ist“.

Der Ausschuss Soziales der Deutschen Diabetes-Gesellschaft DDG durfte bei der Neufassung der Leitlinien mitwirken. Durch den engagierten Einsatz dieser Experten konnte erreicht werden, dass die ursprünglich vorgesehene, strengere Fassung deutlich entschärft wurde. Im Ergebnis wurde für Menschen mit Diabetes nun eine meines Erachtens sehr vernünftige, praxisnahe und im Ergebnis auch verbesserte Regelung geschaffen.

Der Text der neuen Begutachtungsleitlinie ist auf der Internetseite der BASt abrufbar:

http://www.bast.de/DE/FB-U/Fachthemen/BLL/Begutachtungsleitlinien-2014.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Im nächsten Heft des Diabetes-Journal werde ich umfassend auf die Neuregelungen eingehen.

Inhalt zuletzt geändert am 2. Mai 2014 | Blog als Feed abonnieren

 
Kommentare

Endlich mal schluß mit der unterstellenden Diskriminierung der Diabetiker!
Wurde ja auch Zeit das man einsieht wie gut heutzutage die Diabetiker ihren Diabetes im Griff haben…und das nach 90 Jahren nach der Entdeckung des Insulins.
Es gibt Diabetiker die besser Autofahren als nicht Diabetiker die zu faul sind sogar zu blinken…also von dem her ist eine Krankheit nur eine lapidare Ausflucht gewesen bis jetzt und endlich korrigiert worden.

Nein, die Diskriminierung ist leider nicht vorbei! Ämter und diese „Verkehrsmediziner“ finden in dieser Art von Texten immer wieder Schlupflöcher, die dafür sorgen, dass sie machen können was sie wollen. In meinem konkreten Fall: Ich kämpfe seit 2012 (heute ist der 12.10.15) um meinen Führerschein! Damals hatte ich einen Autounfall, aufgrund einer Gefahrenbremsung meines Vorrausfahrenden. Ich habe etwas an den Kopf bekommen und bin Ohnmächtig geworden (Physo-Psychischer Schock der im nachhinnein den BZ senken kann) … gemessen wurde dann 20 minuten nach dem Unfall ein BZ. von 67, der den Notarztwagen Grund zu der Annahme verlieh, das der Unfall passierte, weil ich hypoglykämisch war (Unterzucker). Der damalige Verkerhersmediziner hatte mich für Fahrtauglich befunden, war aber der Ansicht, mich alle 3 Monate wiedersehen zu wollen (kostet jedes mal 450 Euro)… nach dem 3. mal hatte ich weder das Geld, noch die Lust das weiterhin mit mir machen zu lassen, also gab ich den Führerschein aufgrund fehlender Untersuchungen, zwangsweise ab (dafür musste ich auch nocheinmal 215,95€ bezahlen, da ich den nicht freiwillig rausrücken wollte). Ich bin nun wieder seit 2 Jahren in einer guten Ausbildung beschäftigt, habe ein stabiles Umfeld, geregeltes Einkommen usw.. Meine Diabetis-Werte sind stabil und Weisen keine Besonderheiten auf! ich habe mir Atteste, Gutachten u.ä. von verschiedensten Stellen im Vorfeld besorgt (die mich insgesamt 300€ kosteten). Ich habe mich also entschlossen mir auch diesen Teil meines Lebens, zurück holen zu wollen und den Führerschein-Rückholantrag beim Straßenverkehrsamt in die Wege geleitet. Der Antrag kostete nocheinmal ca. 160€)… Ich war beim Diabetologen (wieder seit April diesen Jahres in Behandlung, da ich 1. keine Zeit dafür habe und 2. es als „Gut eingestellten Diabetiker“ nicht als meine Pflicht sehe, anderen Menschen beweisen zu müssen was ich kann, und wer ich bin) und habe dort meine regelmäßig und langfristig (ausführlich) geschriebenen Diabetestagebücher vorgelegt!… also ja, ich gehe nicht regelmäßig zum Diabetologen, da ich mich zZ. voll und ganz auf meine Ausbildung konzentriere (nebenbei: Jahrgangsstufenbester). Dannach bin ich dann zu einem Duisburger Straßenverkehrsmediziner gegangen, der mich ausführlich untersucht hat (Reaktionszeittests, Blickfelderkennung und Aufnahmefähigkeitsüberprüfung). Hier stellte sich Herraus das ich im Durchschnitt ca. 15-20% überhalb des Durchschnitts liege und schneller reagiere, mehr sehe und mehr erfasse als ein durchschnittlicher Mensch! Auch meine Gesundheitswerte waren mehr als Perfekt! Z.B. Mein HbA1c der bei 6,5 liegt). … ich habe meine Tagebücher auch hier vorgelegt und musste dazu einen Medizinisch-Psychologischen Frage-Antwort Interview standhalten! ALLES MIT BRAVUR BESTANDEN!… letztendlich redete ich mit der Gutachten-Verantwortlichen-Beurteilungs-Ärztin! Diese sag in meinem Tagebuch gelegentliche BZ-Werte von 60 mg/dl (ca. alle 3 Wochen abends vorm schlafen gehen), die mich allerdings in KEINSTER WEISE, beeinflussen (ausser das ich diesen wert körperlich stark spüre). … letztendlich bekam ich diesen Samstag meine beurteilung zugesendet! In dieser Stand sinngemäß: „Sie haben zwar alle gesundheitswerte die erforderlich sind um ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr zu führen, sind pychisch stabil und machen einen Vernünftigen Eindruck, aber ich glaube das das vielleicht irgendwann nicht mehr so ist. Es KÖNNTE JA SEIN, dass sie das alles nur vortäuschen und weil ich Sie nicht kenne und ich GLAUBE, dass sie lügen, bekommen sie ihren Führerschein nicht zurück!“ !!!… vonwegen keine Diskriminierung! solang Bösartige Menschen mit Vorurteilen die Macht haben aufgrund von Unterstellungen, Unwissenheit und persönlichen Vorurteilen anderen etwas zu nehmen, bzw. vorzuenthalten, wird diese gesellschaft nicht glücklich! HASS erzeugt HASS und so wird es immer Kriege geben, weil Menschen einander bekämpfen anstatt sich gegenseitig zu helfen!

Grüße, Sven aus Duisburg

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